Ablauf einer Adoption im Ausland

Ablauf einer Adoption im Ausland

Das zwischenstaatliche Adoptionsvermittlungsverfahren kommt in Frage, wenn ein Kind mit gewöhnlichem Aufenthalt im Ausland nach der Adoption mit Adoptiveltern in Deutschland leben wird. Dabei spielt die Staatsbürgerschaft der beteiligten Personen keine wichtige Rolle, genauso wie  die Tatsache, dass es um eine Stiefeltern- oder Verwandtenadoption geht. Entscheidend ist ausschließlich der Wechsel des Aufenthaltsortes des Kindes. Das internationale Adoptionsvermittlungsverfahren ist in erster Linie auf Bestimmungen des Adoptionsvermittlungsgesetzes gestürzt. Für internationale Adoptionen aus Vertragsstaaten des Haager Adoptionsübereinkommens verwendet man auch die Richtlinien des Haager Adoptionsübereinkommens sowie des deutschen Adoptionsübereinkommens-Ausführungsgesetzes. Die Verfahrensweise, die im Übereinkommen deklariert wird, enthält auch die Leitsätze für die Vermittlung aus Nichtvertragsstaaten.

Die Bewerbung für die Vermittlung des Kindes aus dem bestimmten Staat ist nur bei einer zur internationalen Adoptionsvermittlung bevollmächtigten Stelle in Deutschland möglich. Bundesweit wurde eine Menge von Auslandsvermittlungsstellen in freier und gemeinnütziger Trägerschaft anerkannt, die sich auf konkrete Länder einstellen.

Nach § 2a AdVermiG gehören zu den internationalen Adoptionsvermittlungsstellen auch:

  • zentrale Adoptionsstellen der Landesjugendämter
  • Adoptionsvermittlungsstellen der Jugendämter, insoweit es die zentrale Adoptionsstelle generell oder im Einzelfall erlaubt hat
  • ausländische zugelassene Institutionen, soweit diesen im Einzelfall die Tätigkeit durch die Bundeszentralstelle für Auslandsadoption erlaubt ist.

Andere Stellen oder private Personen sind nicht bevollmächtigt, im Bereich der Auslandsadoption zu amtieren oder mit den im Ausland befugten Stellen zusammenzuwirken.

Es ist verboten, sich in mehreren Staaten gleichzeitig zu bewerben. Nicht erlaubt ist auch eine direkte Bewerbung in einem Vertragsstaat oder über ein Drittland. Wenn aus Vertragsstaaten des Haager Adoptionsübereinkommens vermittelt wird, übernimmt die internationale Vermittlungsstelle die Aufgaben der zentralen Behörde im Sinne des Haager Adoptionsübereinkommens. Die Bundeszentralstelle für Auslandsadoption in Bonn ist auch eine zentrale Behörde, diese beschäftigt sich aber mit den Koordinationsfragen.

Ab 19.05.2005 ist die internationale Vermittlung durch das Landesjugendamt gebührenpflichtig. Für ein internationales Vermittlungsverfahren werden 800  Euro erhoben, wenn die zentrale Adoptionsstelle als eine Auslandsvermittlungsstelle agiert. Dasselbe gilt, wenn die Adoptionsvermittlungsstelle des lokalen Jugendamts die Vermittlung mit Gestattung durch das Landesjugendamt übernimmt.

Die Kosten der Annahme der Dokumente, der Übersetzungen, der Vergütung von Sachverständigen sind von Bewerbern zu entschädigen. Meistens wird die Vermittlungsgebühr mit der Beauftragung der zentralen Adoptionsstelle erhoben.